|
Jeder kann Zinnfiguren selber machen. Ein wenig handwerkliches Geschick, ein wenig Phantasie und ein bißchen Freude am selbermachen reichen schon aus. Neben dem Gießen sind noch viele andere sehr unterschiedliche Arbeitsschritte auszuführen, so daß es niemals langweilig wird. Der Spaß ist garantiert.
Um euch einen möglichst guten Einblick in das Thema 'Zinngießen' zu geben, habe ich zusätzlich zu den unten aufgeführten galerien und Texten einen Kurzfilm mit dem Titel 'Zinngießen richtig gemacht' gedreht. Den Film könnt ihr auf meiner
Download Side herunterladen. Viel Spaß mit dem Film und der nachfolgenden Zinngießanleitung.
|
|
Um Zinn zu gießen sind nur einige Werkzeuge notwendig. Ein Gießtiegel (optimal elektrisch betrieben), Formzange, Stützbrettchen, eine kleine Zange, feine Feilen, Stahlwolle, Talkumpuder, die Gußformen und das Gießmetall. Für das Gießen von Zinnfiguren stehen unterschiedliche Zinnlegierungen zur Verfügung, die je nach Einsatzgebiet und Geldbeutel Verwendung finden.
|
|
|
Beide Formhälften großzügig mit Talkum einpudern. Dadurch werden auch die tiefer liegenden Stellen der Form erreicht, z.B. die Fußplatten der Figuren. Es empfiehlt sich, das Talkum mit einem Wattebausch aufzutragen. Im Anschluß daran die Formhälften leicht gegeneinander schlagen, um das überschüssige Puder zu entfernen.
|
|
Die beiden Formhälften werden nun zusammengefügt. Die Stützbrettchen werden mit der rauhen Seite gegen die Formaußenseite angesetzt und alles mit einer Formzange zusammengepreßt. Es ist darauf zu achten, daß die Formhälften genau zusammengesetzt sind und kein Gießmaterial austreten kann (Verbrennungsgefahr).
|
|
|
Im nächsten Schritt muß die Zinnlegierung in einem Tiegel geschmolzen werden. Es ist darauf zu achten, daß genügend Zinn für den geplanten Guß geschmolzen wird. Die nachfolgende Tabelle soll hierfür Hilfestellung geben.
|
Zinn je Figur
|
|
Figurmaß
|
Gewicht
|
|
25 mm
|
12-15 gr
|
|
40 mm
|
25-35 gr
|
|
54 mm
|
60 gr
|
|
|
Vor dem Guß muß darauf geachtet werden, daß die Legierung die richtige Temperatur hat. Die korrekte Gießtemperatur kann mit Hilfe eines Holzstäbchens ermittelt werden. Hierfür taucht man das Ende des Stäbchens in das flüssige Gießmetall. Steigt leichter Rauch auf, so ist die richtige Temperatur erreicht. Starker Rauch und dunkle Verfärbung des Holzstäbchens signalisieren, daß das Metall zu heiß ist. In dem Fall nimmt auch die Oberfläche des Gießmaterials eine bläuliche bis rötliche Färbung an.
|
|
|
Wenn die Zinnlegierung die richtige Temperatur erreicht hat, gießt man das Metall ohne Unterbrechung in die Form. Verzögerungen, auch nur von Sekunden, führen zur Abkühlung des Zinns und zur negativen Beeinflussung des Ergebnisses. Nachdem die Gußform bis zum Rand gefüllt ist, sollte leicht auf die Form geklopft werden, damit sich das Metall setzt und eine schöne Abprägung des Modells entsteht.
|
|
Nach dem Abkühlen des Gießzinns können die Figuren schon nach kurzer Zeit entnommen werden. Der Anguß kann mit einer Zange abgetrennt werden. Der Anguß dient als neues Gießmaterial für die nächste Form. Auch nicht geglückte Figuren können wieder eingeschmolzen werden. Nachdem die Figuren entnommen wurden, sollte die Form vor dem nächsten Guß erst etwas auskühlen.
|
|
|
Die gegossenen Figuren müssen noch von Angußstellen und Unebenheiten befreit werden. Hierfür werden die groben Stellen mit eine Zange abgezwickt. Feine Ausbesserungsarbeiten werden mit Feilen und Stahlwolle ausgeführt. Danach können die Figuren bemalt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Figuren mit einer Patina-Lösung zu behandeln. Sie
nehmen dann eine dunkle, fast schwärzliche Färbung an. Die Figuren werden danach mit Wasser abgewaschen, mit einem Tuch getrocknet und anschließend mit Stahlwolle leicht abgerieben. Die höher liegenden Stellen der Figur werden dann heller, die tiefer liegenden bleiben dunkler. So entsteht eine herrliche filigrane Patina-Wirkung. Danach sollte die Figur mit farblosem Lack überzogen werden, um das Nachdunkeln zu vermeiden.
|